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Mobile Darstellung einer bestehenden WordPress-Seite verbessern

Bestehende WordPress-Seiten, an denen vorher schon eine andere Agentur oder ein anderer Dienstleister gearbeitet hat, fasse ich grundsätzlich nur sehr ungern an.

Das hat weniger mit mangelndem Vertrauen zu tun als mit einer einfachen Erfahrung: Man weiß am Anfang nicht, was dort über Jahre gewachsen ist. Welches Plugin hängt mit welchem zusammen? Welche Anpassung steckt irgendwo im Theme? Was funktioniert nur deshalb, weil seit drei Jahren niemand daran gerührt hat?

Solange alles läuft, ist das zunächst einmal ein Argument dafür, nicht unnötig daran herumzubauen.

Bei einer schlechten mobilen Darstellung kann man allerdings genauer hinsehen. Denn dafür muss man nicht zwangsläufig die halbe Website neu bauen.

Erst sichern, dann ausprobieren

Bevor irgendetwas verändert wird, steht für mich ein vollständiges Backup an erster Stelle.

Nicht danach. Vorher.

Idealerweise wird eine solche Änderung außerdem nicht direkt auf der laufenden Website ausprobiert. Gibt es die Möglichkeit einer Testkopie oder Staging-Umgebung, gehört der erste Versuch dorthin.

Denn ein Theme-Wechsel klingt zunächst harmlos. Theme aktivieren, ansehen, fertig. In der Praxis können aber Menüs, Widgets, Seitenleisten, individuelle Einstellungen oder andere Darstellungen anschließend anders aussehen als vorher.

Plan A ist deshalb die Verbesserung.

Plan B ist die Rückkehr zum funktionierenden Ausgangszustand.

Mobile Darstellung einer WordPress-Seite verbessern

Ein responsives Theme kann ein sinnvoller Ansatz sein

Wenn eine ältere Website auf Smartphones schlecht dargestellt wird, lohnt sich zuerst ein Blick auf das verwendete Theme.

Ein responsives Theme passt sein Layout an unterschiedliche Bildschirmgrößen an. Inhalte, Spalten, Bilder und Navigation können dadurch auf einem Smartphone anders angeordnet werden als auf einem großen Monitor, ohne dass dafür eine separate mobile Website gebaut werden muss.

Bei einer bestehenden WordPress-Seite kann ein responsives Theme deshalb ein sinnvoller Ansatz sein. Ob es tatsächlich die beste Lösung ist, sollte aber vorher an genau dieser Installation geprüft werden. Ein Theme-Wechsel kann nämlich auch bestehende Menüs, Widget-Bereiche, individuelle Anpassungen oder besondere Seitenelemente beeinflussen.

Deshalb würde ich ein neues Theme nicht einfach auf der laufenden Seite aktivieren und darauf hoffen, dass hinterher schon alles passen wird. Erst sichern, möglichst auf einer Testkopie ausprobieren und anschließend kontrollieren, was sich tatsächlich verändert hat.

Das bisherige Theme bleibt dabei vorhanden, damit bei Problemen wieder auf den funktionierenden Ausgangszustand zurückgewechselt werden kann.

Schriftgrößen und Abstände prüfen

Eine Website kann technisch responsiv sein und trotzdem auf einem Smartphone schlecht funktionieren.

Zu kleine Schrift, riesige Überschriften, enge Abstände oder Elemente, die fast am Bildschirmrand kleben, reichen dafür vollkommen aus.

Deshalb gehören nach Änderungen mehrere Bildschirmgrößen zum Test. Nicht nur ein Smartphone im Hochformat.

Mindestens anschauen würde ich:

  • kleines Smartphone,
  • größeres Smartphone,
  • Tablet,
  • Desktop.

Dabei geht es nicht darum, jedes Gerät dieser Welt nachzubauen. Man sucht nach Stellen, an denen das Layout kippt.

Bilder nur dort optimieren, wo es etwas bringt

Auch Bilder und andere Medien verdienen einen Blick. WordPress kann bereits unterschiedliche Bildgrößen für verschiedene Darstellungen bereitstellen. Deshalb wäre es Unsinn, grundsätzlich jedes vorhandene Bild neu anzufassen.

Prüfen würde ich stattdessen, ob an einzelnen Stellen tatsächlich unnötig große Dateien ausgeliefert werden oder Bilder ungünstig eingebunden sind. Genau dort kann eine sinnvolle Skalierung oder Komprimierung Datenmenge und Ladezeit reduzieren.

Wieder gilt: Nicht alles auf Verdacht ersetzen. Erst feststellen, wo überhaupt ein Problem besteht. Dann genau dieses Problem beheben.

Die mobile Navigation vereinfachen

Auf einem großen Bildschirm kann ein umfangreiches Menü noch funktionieren. Auf einem Smartphone wird daraus schnell eine kleine Expedition.

Deshalb sollte man prüfen, welche Navigationspunkte wirklich notwendig sind.

Eine mobile Darstellung wird nicht automatisch besser, nur weil sich ein Menü hinter drei weiteren Ebenen verstecken lässt.

Lieber wenige klare Wege als fünfzehn Möglichkeiten, sich zu verlaufen.

Nicht aus einer Reparatur einen Neubau machen

Genau hier liegt für mich die Grenze.

Wenn die Aufgabe lautet, die mobile Darstellung einer bestehenden WordPress-Seite zu verbessern, dann sollte daraus nicht plötzlich ein vollständiger technischer Umbau werden.

Kein neues Plugin nur deshalb, weil es irgendeine Kleinigkeit bequemer macht. Keine zehn zusätzlichen Funktionen. Keine komplette Neustrukturierung, wenn sie für das eigentliche Problem nicht notwendig ist.

Erst Backup.

Dann prüfen, ob ein responsives Theme überhaupt die passende Lösung für diese konkrete Installation ist.

Anschließend Schriftgrößen, Abstände, Bilder und Navigation kontrollieren.

Und nach jeder größeren Änderung testen, ob Desktop und Smartphone weiterhin funktionieren.

Wenn das reicht, hört man auf.

Das ist vielleicht nicht spektakulär.

Aber eine Website, die anschließend besser funktioniert und jederzeit wieder auf ihren vorherigen Zustand zurückgesetzt werden kann, ist mir lieber als eine beeindruckende Baustelle ohne Rückweg.

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