Bürners Team: Bruch, Falke, Rabe, Wolff & von Draußen

Bürners Team

Du willst was loswerden? Dann schreib an redaktion@warmann.net

Es gibt Sachen, da braucht mir keiner etwas zu erzählen. Erzählt mir nichts von Punkrock. Erzählt mir nicht, ihr wärt harte Straßenjungs. Und erzählt mir erst recht nichts von Loyalität.

Ich war selbst Teil von all dem. Bin es vielleicht teilweise immer noch. Kommt darauf an, worum es gerade geht.

Wer bei mir den Harten markieren will, kann sich die Mühe sparen. Damit beeindruckt mich keiner. Im Gegenteil. Wer zu dick aufträgt, sammelt eher Minuspunkte.

Mehr muss man über mich an dieser Stelle eigentlich nicht wissen. Kommen wir zu den anderen.

STN//WR

Bruch leitet den Laden hier.

Er will nicht hören, dass er der Chef ist. Wahrscheinlich würde er schon bei dem Wort anfangen zu erklären, warum das alles viel komplizierter ist. Kann er machen. In meinen Augen ist er trotzdem ein guter Chef.

Er hat das Ruder fest in der Hand, ohne ständig zeigen zu müssen, dass er es in der Hand hat. Vor allem weiß er ziemlich genau, was für die gesamte Gruppe wichtig ist. Nicht nur für sich selbst und nicht nur für denjenigen, der gerade am lautesten schreit.

Wenn Bruch nicht da wäre, würde es hier deutlich unstrukturierter laufen. Wir haben genug Leute, die gute Ideen haben. Wir haben auch genug Leute, die Chaos produzieren können. Manchmal sind das dieselben Leute.

Einer muss am Ende noch wissen, wo wir eigentlich hinwollten. Das ist meistens Bruch.

Konrad Falk

Falke und ich haben einiges gemeinsam durchlebt. Auch einiges an Irrsinn.

Den Teil davon, an den er heute noch glaubt, habe ich irgendwann hinter mir gelassen. Zumindest größtenteils. Falke sieht das vermutlich anders.

Trotzdem ist seine paranoide Seite nicht immer verkehrt. Während andere einen geraden Weg sehen, hat Falke längst fünf Umleitungen, drei mögliche Katastrophen und einen Ersatzplan im Kopf. Vieles davon brauchen wir nie. Manches davon ist überraschend brauchbar.

Er bringt uns auf Lösungswege, auf die wir sonst wahrscheinlich nicht gekommen wären.

Das Problem ist nur: Falke ist auch ein Chaot. Ein ziemlich gut vorbereiteter Chaot, aber eben ein Chaot. Damit wäre auch einer der Gründe genannt, warum es ohne Bruch hier weniger strukturiert zugehen würde.

Falke ist gut. Aber Falke ist besser, wenn Bruch dabei ist.

Nico Rabe

Rabe hat einen ziemlich krassen Wandel hinter sich.

Wie viel Zeit wir früher gemeinsam auf der Straße verbracht haben, weiß ich nicht mehr. Viel. Wir haben genug zusammen erlebt. Genug Action gehabt. Und das eine oder andere Mal definitiv mehr getrunken, als notwendig gewesen wäre.

Wenn wir damals darüber gesprochen hätten, wie wir später einmal werden, wäre wahrscheinlich keiner von uns auf die Idee gekommen, dass Rabe irgendwann dort landet, wo er heute steht.

Er ist anders geworden. Sehr anders.

Manchmal kann ich mit seinem Weg nicht besonders viel anfangen. Manchmal geht er mir damit wahrscheinlich genauso auf die Nerven wie ich ihm mit meiner Art. Aber das ist in Ordnung. Er hat seinen Weg gewählt. Ich habe nicht vor, ihm da reinzureden.

Entscheidend ist sowieso etwas anderes: Wenn es wirklich drauf ankommt, kann man sich auf ihn verlassen.

Und am Ende ist mir das mehr wert als die Frage, ob wir bei allem derselben Meinung sind.

Max Wolff

Bürners TeamAlle kennen Wolff.

Wolff ist der Menschenfeind. Wolff ist zynisch. Wolff findet fast immer noch irgendeinen Punkt, an dem etwas schiefgehen kann, jemand falsche Absichten haben könnte oder unsere schöne Idee am Ende doch nicht so schön ist.

Das kann anstrengend sein.

Es ist aber nicht immer falsch.

Gerade weil Wolff ständig irgendwo den Haken sucht, zwingt er einen dazu, Dinge noch einmal von einer anderen Seite anzusehen. Neue Blickwinkel sind nicht automatisch angenehm. Manchmal sind gerade die unangenehmen die wichtigen.

Was man bei Wolff außerdem nie vergessen sollte: Der Mann ist immer für Überraschungen gut.

Ich denke da an eine Situation, bei der ich ziemlich sicher war: Das war’s. Dein letztes Stündlein hat geschlagen.

Dann tauchte Wolff auf.

Nicht größer. Nicht stärker. Nicht mit irgendeiner großartigen Heldenshow. Er war einfach Wolff. Unberechenbar, verstörend und für niemanden im Raum richtig einzuschätzen. Wie eine tickende Zeitbombe, bei der keiner wusste, ob überhaupt ein Countdown läuft.

Seine bloße Präsenz hat gereicht, um eine Situation zu verändern, die für mich ziemlich beschissen aussah.

Das vergesse ich ihm nicht.

Danke, Wolff.

Stefan von Draußen

Bürners TeamVon Draußen ist anders als der Rest von uns.

Ruhiger. Reflektierter. Er redet von Achtsamkeit, Wahrnehmung und Selbsterkenntnis. Dinge, bei denen ich normalerweise relativ schnell hellhörig werde, wenn jemand anfängt, mir erklären zu wollen, wie ich mein Leben zu führen habe.

Das macht er aber nicht.

Wenn bei uns die Suppe hochkocht und Unruhe im Rudel ist, schafft er es ziemlich oft, die Temperatur wieder herunterzubringen. Nicht indem er uns alle mit irgendwelchen Weisheiten zuschüttet, sondern indem er Ruhe reinbringt und dafür sorgt, dass man wieder miteinander redet, statt nur gegeneinander.

So jemanden konnten wir tatsächlich gebrauchen.

Steigert nebenbei wahrscheinlich sogar unsere Produktivität. Klingt bescheuert, ist aber so.

Entscheidend ist für mich etwas anderes: Von Draußen versucht nicht, mich zu bekehren. Er akzeptiert, dass ich manche Dinge anders sehe und manches von dem, was ihm wichtig ist, für mich schlicht nicht funktioniert.

Und wenn wir draußen irgendwo sitzen, am Feuer stehen oder unterwegs sind, müssen wir auch nicht immer über Achtsamkeit reden.

Wir können einfach gemeinsam die Klappe halten.

Das können erstaunlich wenige Menschen.

Geschrieben von Bürner