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WordPress Kommentar-IP nicht speichern: mein kleines Plugin

Bei meiner Beschäftigung mit WordPress und Datenschutz bin ich irgendwann bei einer ziemlich einfachen Frage gelandet: Muss ich die IP-Adresse eines Besuchers eigentlich dauerhaft zusammen mit seinem Kommentar speichern?

Für meine eigenen Seiten habe ich diese Frage für mich mit Nein beantwortet.

Wenn ich eine Kommentarfunktion anbiete, interessiert mich der eigentliche Kommentar. Eine dauerhaft im WordPress-Kommentardatensatz gespeicherte IP-Adresse benötige ich dafür nicht unbedingt.

Also wollte ich erreichen, dass WordPress bei neuen Kommentaren an dieser Stelle einfach keinen Wert speichert.

WordPress speichert standardmäßig eine Kommentar-IP

WordPress sieht im Datensatz eines Kommentars ein eigenes Feld für die IP-Adresse des Kommentierenden vor. Diese Information kann unter anderem im Zusammenhang mit der Kommentarprüfung und Spam-Abwehr verwendet werden.

Das bedeutet allerdings nicht, dass ich sie auf meiner eigenen Website zwingend dauerhaft im Kommentardatensatz behalten muss.

Mein Gedanke dahinter ist derselbe wie bei einigen meiner anderen kleinen WordPress-Anpassungen: Daten, die ich für meinen konkreten Zweck nicht benötige, möchte ich nach Möglichkeit auch nicht unnötig dauerhaft speichern.

Das macht eine Website nicht automatisch datenschutzkonform. Es ist zunächst einfach eine bewusste Entscheidung zur Datenminimierung.

Ein kleines Plugin statt einer Änderung am Theme

Auch diese Funktion wollte ich nicht direkt in ein Theme einbauen.

Ob WordPress eine Kommentar-IP speichert, hat für mich nichts mit Gestaltung, Farben oder Seitenlayout zu tun. Entsprechend gehört die Funktion meiner Meinung nach auch nicht zwingend in ein Theme.

Außerdem möchte ich bei einem Theme-Wechsel nicht daran denken müssen, dieselbe Änderung erneut einzubauen oder dafür ein Child-Theme mitzuschleppen.

Also entstand wieder ein kleines separates Plugin. Ich habe es schlicht „Kommentar-IP nicht speichern“ genannt.

Es erfüllt genau eine Aufgabe und besteht entsprechend auch nur aus sehr wenig Code.

So funktioniert „Kommentar-IP nicht speichern“

WordPress stellt einen Filter bereit, über den die IP-Adresse eines Kommentarautors verändert werden kann, bevor sie in den Kommentardaten gespeichert wird.

Genau diesen Filter nutzt mein Plugin.

Anstatt die von WordPress ermittelte IP-Adresse weiterzugeben, liefert der Code einen leeren String zurück. Im entsprechenden IP-Feld des WordPress-Kommentars wird dadurch keine IP-Adresse gespeichert.

Ich habe dem Filter zusätzlich eine sehr hohe Priorität gegeben. Dadurch wird meine Änderung sehr spät innerhalb dieses Filters ausgeführt. Das ist für meinen Anwendungsfall sinnvoll, weil die IP am Ende möglichst leer bleiben soll.

WordPress Kommentar-IP nicht speichern

Ohne Plugin wurde die IP natürlich gespeichert. Ich habe diese geschwärzt.

Was das Plugin nicht macht

Hier ist eine Abgrenzung wichtig: Das Plugin macht die Website nicht grundsätzlich frei von IP-Verarbeitung.

Es verhindert gezielt, dass die IP-Adresse im entsprechenden WordPress-Kommentardatensatz gespeichert wird.

Ein Webserver kann beispielsweise unabhängig davon Zugriffsprotokolle führen. Sicherheits- oder Antispam-Plugins können Daten auf eigene Weise verarbeiten. Dasselbe gilt für vorgeschaltete Dienste, Proxys oder andere technische Komponenten.

Wer möglichst wenig personenbezogene Daten speichern möchte, sollte deshalb die gesamte Website betrachten und nicht davon ausgehen, dass dieses eine kleine Plugin sämtliche IP-Verarbeitung verhindert.

Auch bereits vorhandene Kommentar-Datensätze sollte man getrennt betrachten. Das Plugin ist in erster Linie dafür gedacht, die Speicherung beim Verarbeiten von Kommentaren zu beeinflussen. Es ist kein Werkzeug zur automatischen Massenbereinigung bereits vorhandener Kommentar-IPs.

Hat das Auswirkungen auf Spam-Schutz?

Eine IP-Adresse kann bei der Erkennung unerwünschter Kommentare hilfreich sein. Wer auf die dauerhafte Speicherung verzichtet, sollte deshalb auch prüfen, ob verwendete Spam- oder Sicherheitslösungen diese Information benötigen.

Bei meinen eigenen Tests funktionierte die Kommentarfunktion mit dem Plugin wie vorgesehen. Das bedeutet aber nicht, dass jede denkbare Kombination aus WordPress, Theme und weiteren Plugins identisch reagiert.

Gerade zusätzliche Kommentar- und Antispam-Plugins sollte man deshalb testen, bevor man die Änderung auf einer produktiven Website einsetzt.

Der Code für mein Plugin

Mein Plugin besteht derzeit aus folgendem Code:

<?php
/**
 * Plugin Name: Kommentar-IP nicht speichern
 * Description: Verhindert die Speicherung der Kommentar-IP im WordPress-Kommentardatensatz.
 * Version: 1.0.0
 */

defined( 'ABSPATH' ) || exit;

add_filter( 'pre_comment_user_ip', '__return_empty_string', PHP_INT_MAX );

Mehr steckt tatsächlich nicht dahinter.

pre_comment_user_ip ist der WordPress-Filter für die IP-Adresse des Kommentarautors, bevor diese in den Kommentardaten gesetzt wird.

Die WordPress-Funktion __return_empty_string liefert schlicht einen leeren String zurück. Statt einer IP-Adresse erhält WordPress an dieser Stelle also einen leeren Wert.

PHP_INT_MAX sorgt dafür, dass diese Funktion mit einer sehr hohen Filterpriorität ausgeführt wird.

Das ist genau die Art von kleiner Lösung, die ich mag: kein Einstellungsmenü, keine zusätzliche Oberfläche und keine zwanzig Optionen für etwas, das eigentlich nur einen einzigen Wert leer lassen soll.

Erst testen, dann einsetzen

So überschaubar der Code auch aussieht: Auch hier gilt für mich derselbe Grundsatz wie bei allen eigenen WordPress-Anpassungen.

  • Vorher ein funktionierendes Backup erstellen.
  • Den Code vor dem Einsatz noch einmal prüfen.
  • Einen Testkommentar absenden.
  • Im WordPress-Backend kontrollieren, ob tatsächlich keine IP-Adresse hinterlegt wurde.
  • Verwendete Spam- und Sicherheitslösungen anschließend ebenfalls testen.
  • Nach größeren WordPress-Änderungen kontrollieren, ob das Plugin weiterhin wie vorgesehen funktioniert.

Ich habe das Plugin auf meinen Installationen und mit verschiedenen Themes getestet und war mit dem Ergebnis zufrieden. Daraus kann und möchte ich allerdings keine Garantie für andere WordPress-Installationen ableiten.

Auch ich kann Fehler machen. WordPress kann sich verändern und andere Plugins können anders arbeiten als meine eigene Installation.

Wer den Code verwendet, sollte deshalb wissen, was er damit verändert, und die Funktion auf der eigenen Website überprüfen.

Eine kleine Entscheidung für weniger gespeicherte Daten

Für mich ist das Plugin letztlich keine große Datenschutzlösung.

Es beantwortet lediglich eine konkrete Frage: Wenn ich die IP-Adresse eines Kommentierenden nicht dauerhaft im WordPress-Kommentardatensatz benötige, warum sollte ich sie dort speichern?

Meine Antwort darauf war ein einziger kleiner Filter.

Manchmal reicht das.

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