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Kommentare, Benutzerkonten und Kontaktformular: Was eine WordPress-Seite wirklich braucht

Wolff hat sich ja schon darüber ausgelassen, was er von Kommentarfunktionen hält. Mittlerweile muss ich sagen: Ich sehe das ziemlich ähnlich. Wahrscheinlich würde ich es nur mit ein paar weniger komplizierten Sätzen ausdrücken.

Wenn du auf deiner Website keine Diskussion führen willst, dann brauchst du auch keine Kommentarfunktion. So einfach kann das manchmal sein.

Und das gilt nicht nur für Kommentare. Bei einer normalen WordPress-Seite kann man sich erstaunlich viel Zeug sparen, das irgendwann nur noch gepflegt, aktualisiert und datenschutzrechtlich erklärt werden will.

Keine Kommentare gewünscht? Dann Kommentare aus

WordPress kann Kommentare. Schön. Das heißt aber noch lange nicht, dass deine Website welche braucht.

Wenn du einen Blog betreibst und tatsächlich mit deinen Lesern diskutieren möchtest, kann eine Kommentarfunktion sinnvoll sein. Dann musst du dich aber eben auch um Moderation, Spam und die dabei verarbeiteten Daten kümmern.

Wenn du dagegen nur Beiträge veröffentlichen willst und überhaupt keine Lust hast, jeden Morgen zwölf Angebote für dubiose Medikamente und drei russische Heiratsagenturen aus dem Spam zu fischen, dann schalte die Kommentare einfach ab.

WordPress bringt dafür bereits entsprechende Einstellungen mit. Wichtig ist nur: Wenn Kommentare bisher aktiviert waren, sollte man auch ältere Beiträge kontrollieren. Das Abschalten für neue Beiträge bedeutet nämlich nicht automatisch, dass bei jedem alten Beitrag ebenfalls Schluss ist.

Benutzerregistrierung: Wofür eigentlich?

Der nächste Kandidat ist die Registrierung neuer Benutzer.

WordPress kann Besuchern erlauben, sich selbst ein Benutzerkonto anzulegen. Das ist praktisch, wenn deine Website so etwas tatsächlich braucht. Ein Mitgliederbereich, ein Forum oder andere Funktionen können dafür gute Gründe sein.

Aber die normale kleine Unternehmensseite? Der Handwerker um die Ecke? Ein kleiner Blog? Eine Seite mit ein paar Informationen über die eigene Arbeit?

Da stelle ich mir erst einmal die einfache Frage: Was soll der Besucher mit seinem Benutzerkonto überhaupt anfangen?

Wenn die Antwort darauf nichts Vernünftiges ergibt, brauche ich auch keine öffentliche Registrierung. Jedes Konto, das gar nicht erst angelegt werden kann, muss später weder verwaltet noch geschützt noch gelöscht werden.

Weniger Zeug. Weniger Arbeit. Komisches Konzept, funktioniert aber erstaunlich gut.

WordPress ohne Kommentare und Registrierung

Kontaktformular oder einfach eine E-Mail-Adresse?

Beim Kontaktformular kann man länger diskutieren.

Ein Kontaktformular kann praktisch sein. Man kann bestimmte Angaben vorgeben, Anfragen etwas sortieren und dem Besucher einen direkten Weg zur Nachricht anbieten.

Aber zwingend braucht man es deswegen noch lange nicht.

Eine vernünftig verlinkte E-Mail-Adresse reicht für viele kleine Websites völlig aus. Wer darauf klickt und auf seinem Gerät ein Mailprogramm beziehungsweise einen entsprechenden Maildienst eingerichtet hat, kann seine Nachricht direkt dort schreiben.

Mir persönlich gefällt das. Der Besucher schreibt eine E-Mail, ich bekomme eine E-Mail. Dazwischen muss kein zusätzliches Formular sitzen, das ich gegen Spam absichern, technisch pflegen und in meiner Datenschutzerklärung zusätzlich berücksichtigen muss.

Natürlich kann ein Kontaktformular für andere Seiten genau die richtige Lösung sein. Es soll nur keiner so tun, als könne eine Website ohne Kontaktformular grundsätzlich nicht funktionieren.

Datenschutzerklärung: die muss zur Website passen

Bei der Datenschutzerklärung hört der Spaß dann ein bisschen auf.

Eine Website verarbeitet schon beim normalen Aufruf technische Daten. Spätestens wenn weitere Funktionen dazukommen – Statistik, externe Dienste, Formulare, eingebettete Inhalte, Benutzerkonten oder Kommentare – wird das Thema umfangreicher.

Deshalb reicht es nicht, irgendeine Datenschutzerklärung aus dem Internet zu kopieren und zu hoffen, dass der Text schon irgendwie passen wird.

Datenschutzgeneratoren können eine Hilfe sein. Gerade wenn sie vernünftig aufgebaut sind und tatsächlich abfragen, welche Funktionen eine Website benutzt. Aber anschließend muss man trotzdem vergleichen: Was macht meine Seite wirklich? Welche Dienste laufen? Welche Daten werden verarbeitet? Und steht genau das auch in der Erklärung?

Wer eine rechtssichere Beurteilung für seinen konkreten Fall braucht, muss sich im Zweifel an jemanden wenden, der das beruflich macht. Ich bin keiner. Ich kann dir zeigen, worauf ich bei meinen Seiten achte. Rechtsberatung spielen überlasse ich Leuten, die dafür bezahlt werden und im Zweifel dafür geradestehen.

Beim Impressum wird es schnell weniger einfach

Beim Impressum hört man immer wieder die einfache Regel: Private Website braucht keins, geschäftliche Website braucht eins.

Als grobe Gedankenstütze ist das brauchbar. Als vollständige Rechtsregel ist es mir inzwischen zu dünn.

Es gibt tatsächlich eine Ausnahme für Internetangebote, die ausschließlich persönlichen oder familiären Zwecken dienen. Aber nur weil jemand mit seiner Website gerade keinen Cent verdient, wird daraus nicht automatisch eine rein persönliche oder familiäre Seite.

Ein öffentliches Reisetagebuch für Freunde und Familie kann anders einzuordnen sein als eine Seite, die bewusst für die ganze Öffentlichkeit gemacht ist. Und sobald die Website geschäftsmäßig betrieben wird, Werbung enthält oder mit Affiliate-Links Geld verdienen soll, sollte man spätestens sehr genau hinschauen.

Bei geschäftsmäßigen digitalen Diensten verlangt das Gesetz unter anderem Angaben zum Anbieter und eine E-Mail-Adresse. Bei journalistisch-redaktionellen Angeboten können noch weitere Angaben hinzukommen.

Deshalb würde ich gerade beim Impressum nicht nach dem Prinzip arbeiten: „Wird schon privat genug sein.“ Wenn das Ding erforderlich ist, dann ordentlich machen und so verlinken, dass man es auch findet.

Jede zusätzliche Funktion bringt Arbeit mit

Das ist eigentlich der rote Faden bei der ganzen Sache.

Kommentare speichern Daten und brauchen Moderation. Benutzerkonten speichern Daten und brauchen Verwaltung. Kontaktformulare verarbeiten Daten und brauchen Pflege. Statistikdienste sammeln Daten. Externe Dienste bringen wieder ihre eigenen Geschichten mit.

Das bedeutet nicht, dass diese Sachen schlecht sind.

Es bedeutet nur: Bau sie ein, wenn du sie brauchst. Nicht weil WordPress irgendwo einen Haken dafür anbietet.

Eine Website muss nicht alles können

Ich mag Websites, die ihren Job machen.

Informationen vernünftig darstellen. Beiträge lesbar anbieten. Einen Kontaktweg bereitstellen. Schnell laden. Nicht ständig ungefragt irgendwelche Daten durch die Gegend schicken.

Dafür braucht es erstaunlich oft weniger Technik, als einem manche Plugin-Liste erzählen will.

Kommentare können weg. Öffentliche Benutzerregistrierung kann weg. Ein Kontaktformular kann weg, wenn eine E-Mail-Adresse reicht. Und jede Funktion, bei der niemand erklären kann, wozu sie eigentlich da ist, bekommt von mir zumindest erst einmal einen ziemlich misstrauischen Blick.

Denn was nicht eingebaut ist, muss ich hinterher auch nicht pflegen.

Manchmal ist die beste Funktion einer Website eben die, die man weggelassen hat.

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