Wenn eine WordPress-Seite Kommentare erlaubt, werden beim Schreiben eines Kommentars in der Regel auch personenbezogene Daten verarbeitet. Genau an dieser Stelle wollte ich den Besucher nicht erst irgendwo in der Datenschutzerklärung suchen lassen.
Deshalb habe ich mir ein kleines WordPress-Plugin gebaut, das ich schlicht „Kommentar-Datenschutzhinweis“ genannt habe.
Die Idee dahinter ist überschaubar: Noch bevor jemand das eigentliche Kommentarfeld ausfüllt, soll ein kurzer Datenschutzhinweis erscheinen. Der Leser sieht damit direkt an der Stelle, an der er Daten eingibt, dass beim Absenden des Kommentars Daten verarbeitet werden und wo er weitere Informationen dazu findet. Es wird also auch die Datenschutzerklärung noch einmal verlinkt.
Warum ein zusätzlicher Datenschutzhinweis am Kommentarformular?
Eine ausführliche Datenschutzerklärung gehört natürlich weiterhin auf die Website. Mir ging es mit dem Plugin nicht darum, diese zu ersetzen.
Ich wollte die Information zusätzlich dorthin bringen, wo sie praktisch relevant wird: direkt zum Kommentarformular.
Das finde ich auch aus Sicht des Besuchers angenehmer. Wer einen Kommentar schreiben möchte, bekommt den Hinweis unmittelbar vor der Eingabe angezeigt und muss nicht erst selbst auf die Idee kommen, nach den Datenschutzinformationen zu suchen.
Das macht eine Website nicht automatisch rechtssicher und ersetzt auch keine Prüfung der eigenen Datenverarbeitung. Es kann aber dabei helfen, Informationen zur Verarbeitung transparenter und leichter erreichbar zu machen.

Zum Vergleich sieht dasselbe Kommentarformular ohne meinen zusätzlichen Hinweis entsprechend schlichter aus.

Eine kleine Aufgabe für ein kleines Plugin
Auch hier wollte ich keine große Erweiterung mit eigener Verwaltungsoberfläche bauen. Das Plugin soll im Grunde nur eine Sache erledigen: meinen festgelegten Hinweis an der gewünschten Stelle des WordPress-Kommentarformulars ausgeben.
WordPress stellt für das Kommentarformular verschiedene Schnittstellen bereit, an die sich solche zusätzlichen Ausgaben anbinden lassen. Dadurch muss die Änderung nicht direkt in den Dateien eines Themes vorgenommen werden.
Das war mir wichtig. Eine Änderung direkt im Theme wäre stärker von genau diesem Theme abhängig. Bei einem kleinen separaten Plugin bleibt die Funktion dagegen grundsätzlich erhalten, wenn ich das Theme wechsle – vorausgesetzt natürlich, das jeweilige Theme verwendet das WordPress-Kommentarformular und die benötigten WordPress-Schnittstellen wie vorgesehen.
Mit verschiedenen Themes ausprobiert
Ich habe meinen Kommentar-Datenschutzhinweis mit verschiedenen WordPress-Themes getestet. In meinen Tests erschien der Hinweis jeweils dort, wo ich ihn haben wollte.
Das ist für mich ein gutes Ergebnis. Es ist aber keine Garantie dafür, dass der Code mit jedem Theme, jeder Plugin-Kombination und jeder zukünftigen WordPress-Version genauso funktionieren wird.
Genau deshalb sollte man auch bei so einer kleinen Erweiterung nicht nach dem Prinzip „wird schon gehen“ arbeiten.
Vor dem Einsatz prüfen und ein Backup machen
Wer den Code für die eigene Website verwenden möchte, sollte vorher zumindest ein paar grundlegende Dinge prüfen:
- Passt der Code noch zur aktuell verwendeten WordPress-Version?
- Wird der Hinweis mit dem eigenen Theme an der gewünschten Stelle ausgegeben?
- Funktioniert das Kommentarformular danach weiterhin vollständig?
- Passt der Text des Hinweises zur eigenen Datenverarbeitung und Datenschutzerklärung?
- Funktionieren enthaltene Links tatsächlich?
- Existiert vor der Installation ein funktionierendes Backup?
Gerade der Datenschutztext sollte nicht einfach blind übernommen werden. Welche Daten eine Website beim Kommentieren verarbeitet, wie lange sie gespeichert werden, ob zusätzliche Plugins beteiligt sind und welche Angaben deshalb erforderlich sind, kann sich von Website zu Website unterscheiden.
Kein Sicherheits- oder Rechtsversprechen
Den von mir verwendeten Code stelle ich am Ende dieses Beitrags gern als kleine Bastelei zur Verfügung. Damit ist allerdings weder eine technische noch eine rechtliche Gewährleistung verbunden.
Ich kann nicht garantieren, dass der Code auf jeder Installation funktioniert, mit jeder zukünftigen WordPress-Version kompatibel bleibt oder für eine konkrete Website sämtliche datenschutzrechtlichen Anforderungen erfüllt.
Wer eigenen Code in WordPress einsetzt, sollte deshalb verstehen, was dieser Code macht, ihn vorher prüfen und möglichst nicht auf einer produktiven Website zum ersten Mal ausprobieren.
Und vorher ein Backup zu machen, bleibt trotz aller Begeisterung für kleine Lösungen eine ziemlich vernünftige Idee.
Warum ich das Plugin trotzdem gern verwende
Mir gefällt an der Lösung vor allem ihre Einfachheit. Der Besucher bekommt den Datenschutzhinweis genau dort angezeigt, wo er ihn benötigt. Gleichzeitig muss ich die Änderung nicht in jedes einzelne Theme einbauen.
Das Plugin löst ein kleines Problem und hält sich ansonsten aus WordPress heraus.
Mehr wollte ich damit eigentlich gar nicht erreichen.
Der Code für den Kommentar-Datenschutzhinweis
Den von mir verwendeten Plugin-Code füge ich an dieser Stelle ein. Vor einer Übernahme sollte er noch einmal mit der aktuell verwendeten WordPress-Version geprüft und anschließend auf der eigenen Installation getestet werden.
<?php
/**
* Plugin Name: Kommentar-Datenschutzhinweis
* Description: Ergänzt das WordPress-Kommentarformular um einen Datenschutzhinweis mit Link zur hinterlegten Datenschutzerklärung.
* Version: 1.0.0
*/
add_filter( 'comment_form_defaults', function( $defaults ) {
$defaults['comment_notes_before'] =
'<p class="comment-notes">' .
'Nur das Kommentarfeld ist erforderlich. Name, E-Mail-Adresse und Website sind freiwillige Angaben. ' .
'Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. ' .
'Informationen zur Verarbeitung deiner Angaben findest du in unserer ' .
'<a href="' . esc_url( get_privacy_policy_url() ) . '">Datenschutzerklärung</a>.' .
'</p>';
return $defaults;
} );