Bei der Darstellung längerer Texte gibt es eine Kleinigkeit, an der sich die Geschmäcker ziemlich deutlich unterscheiden: Soll der Text linksbündig laufen oder im Blocksatz?
Ich persönlich mag bei meinen Beiträgen eine gleichmäßige linke und rechte Textkante. Deshalb verwende ich für meine WordPress-Beiträge grundsätzlich Blocksatz.
Auch das ist keine notwendige WordPress-Optimierung. Die Website funktioniert ohne genauso gut. Es ist schlicht eine Entscheidung darüber, wie ich meine Texte dargestellt haben möchte.

Was bedeutet Blocksatz überhaupt?
Bei normal linksbündigem Text beginnt jede Zeile an derselben linken Kante. Rechts endet sie dagegen dort, wo das letzte Wort noch in die jeweilige Zeile passt.
Dadurch entsteht am rechten Rand eine unregelmäßige Kante. Manche Zeilen reichen relativ weit nach rechts, andere enden deutlich früher.
Beim Blocksatz versucht der Browser dagegen, die Textzeilen zwischen der linken und rechten Begrenzung gleichmäßig auszurichten. Dafür werden hauptsächlich die Abstände zwischen den Wörtern angepasst.
Links und rechts entsteht dadurch eine weitgehend gerade Textkante. Die letzte Zeile eines Absatzes wird dabei normalerweise nicht auf die volle Breite auseinandergezogen.
Mir gefällt diese Darstellung bei meinen Beiträgen einfach besser.

Blocksatz mit wenigen Zeilen CSS
Für mein verwendetes Theme habe ich deshalb folgenden Code in das zusätzliche CSS eingetragen:
/**
* Blocksatz
*/
.entry-content p {
text-align: justify;
}
Der entscheidende Befehl ist text-align: justify;. Er weist den Browser an, den betroffenen Text als Blocksatz darzustellen.
Was bedeutet .entry-content p?
Mit .entry-content p spreche ich in meinem Theme die Absätze innerhalb des eigentlichen Beitragsinhalts an.
.entry-content bezeichnet dort den Inhaltsbereich und das nachfolgende p die darin enthaltenen Absatz-Elemente.
Dadurch werden beispielsweise nicht automatisch Überschriften, Menüs oder andere Bereiche der Website in Blocksatz gesetzt. Die Regel betrifft die normalen Absätze innerhalb dieses Inhaltsbereichs.
Allerdings ist auch hier wichtig: Die Klasse entry-content muss zum verwendeten Theme passen. Sie ist bei WordPress-Themes weit verbreitet, aber ein anderes Theme kann seinen Inhaltsbereich anders benennen.
Wenn der Codeschnipsel auf einer anderen Website scheinbar gar nichts macht, sollte man deshalb zuerst prüfen, ob das verwendete Theme überhaupt mit dieser CSS-Klasse arbeitet.
Warum ich das über zusätzliches CSS löse
Ich möchte meine Beiträge grundsätzlich in dieser Form darstellen und nicht bei jedem neuen Text erneut darüber nachdenken müssen.
Deshalb ist für mich eine globale CSS-Regel praktischer als eine Einstellung, die ich immer wieder einzeln setzen müsste.
Für diese kleine Anpassung würde ich auch kein eigenes Child-Theme erstellen. Der Aufwand wäre für meinen Zweck unverhältnismäßig.
Im zusätzlichen CSS bleibt die Regel bei normalen Aktualisierungen des verwendeten Themes erhalten, weil ich dafür keine Theme-Datei direkt verändert habe.
Bei einem Theme-Wechsel muss ich den kleinen Codeschnipsel allerdings gegebenenfalls in das zusätzliche CSS des neuen Themes übernehmen und prüfen, ob dort .entry-content überhaupt noch die richtige Klasse ist.
Blocksatz hat auch Nachteile
Nur weil mir Blocksatz optisch gefällt, muss er nicht für jede Website die beste Lösung sein.
Der Browser muss die Zeilen auf eine einheitliche Breite bringen. Besonders bei schmalen Textbereichen, langen deutschen Wörtern oder auf kleinen Bildschirmen können dadurch teilweise auffällig große Abstände zwischen einzelnen Wörtern entstehen.
Das kann den Lesefluss verschlechtern.
Deshalb würde ich den Code nicht einfach übernehmen, ohne das Ergebnis auf der eigenen Website anzuschauen. Gerade die mobile Darstellung sollte man testen.
Eine mögliche zusätzliche Verbesserung kann automatische Silbentrennung sein. Sie kann dem Browser dabei helfen, lange Wörter besser auf mehrere Zeilen zu verteilen. Ob das im jeweiligen Design sinnvoll aussieht, sollte man ebenfalls ausprobieren.
Der aktuelle WordPress-Editor und Blocksatz
Im aktuellen WordPress-Blockeditor stehen beim normalen Absatzblock standardmäßig Ausrichtungen wie links, mittig und rechts zur Verfügung. Eine normale Schaltfläche für Blocksatz gehört derzeit nicht zu diesen Standardoptionen.
Man kann Blocksatz natürlich trotzdem über CSS, individuelle Klassen oder entsprechende Erweiterungen umsetzen.
Wenn ich ohnehin möchte, dass meine normalen Beitragsabsätze grundsätzlich im Blocksatz erscheinen, ist eine kleine CSS-Regel für mich die einfachere Variante.
Geschmackssache mit drei Zeilen CSS
Man muss Blocksatz nicht mögen.
Man muss ihn auch nicht verwenden, nur weil gedruckte Bücher oder Zeitungen häufig damit arbeiten. Im Web gelten andere Bedingungen: unterschiedliche Bildschirmgrößen, verschiedene Schriftarten und wechselnde Breiten machen die Darstellung weniger vorhersehbar.
Mir gefällt es auf meiner Website trotzdem besser.
Und genau dafür ist zusätzliches CSS praktisch: Wenn mich eine kleine optische Sache stört, muss daraus nicht gleich ein neues Plugin oder ein Child-Theme werden.
Manchmal reichen ein Selektor und text-align: justify;.